Hinweise zum Schlauchaufziehen (Aufschießen) mit Preßluft

Voraussetzung für die Anwendbarkeit dieses Verfahrens ist, dass das zu überziehende Stab- oder Rohrmaterial kreisrunden oder annähernd kreisrunden Außenumfang hat und der Durchmesser über die ganze Länge möglichst gleichmäßig ist oder höchstens stetig etwas zunimmt. Das Ende, von dem her der Schlauch aufgezogen werden soll, muß gratfrei und möglichst leicht angeschrägt ist.

Bei Rohren usw. muss das Ende, von dem her aufgezogen werden soll, vorübergehend durch einen passenden Stopfen mit möglichst torpedoförmiger Spitze (größter Außendurchmesser gleich oder etwas über dem Außendurchmesser des zu überziehenden Materials) verschlossen werden.

Wenn Preßluftanlagen mit ausreichender Kapazität zur Verfügung stehen, kann beim Überziehen enger Rohre usw. unter Umständen sogar auf den erwähnten Verschlußstopfen verzichtet werden. Allerdings erhöht sich der Luftverbrauch dadurch wesentlich.

Ein größeres Stück des Überzugsschlauches, eventuell sogar der ganze Schlauchbund in Lieferlänge, wird (zweckmäßig über ein fußbetätigtes Ventil) mit seinem einen Ende an Preßluft (im allgemeinen genügen ca. 2 bis 6 atü; die Luftleistung sollte nicht zu knapp bemessen sein) angeschlossen. Zunächst strömt die Luft an dem freien Ende des Schlauches praktisch drucklos aus. Wird nun der zu überziehende Stab oder das provisorisch mit einem Stopfen verschlossene Rohr in das offene Schlauchende eingeführt, so baut sich im Schlauch Druck auf, der den Schlauch aufweitet, bis Luft zwischen Schlauchwand und dem zu überziehenden Material entweichen kann. Auf dem Polster der entweichenden Luft läßt sich das zu überziehende Material leicht in den Schlauch einschieben. Danach wird abgeschnitten; der Schlauch wird drucklos und schrumpft auf das eingeschobene Material auf.

Die hierbei einzusetzenden Schläuche sollten nicht zu hart gewählt werden (am häufigsten wird unsere Standardeinstellung NW oder noch weicheres Material eingesetzt, in seltenen Ausnahmefällen auch die Standard-Einstellung PVC-P-H 273).

Auch thermoplastische Elastomere vergleichbarer Weichheitsgrade kommen hier in Frage.

Der Innendurchmesser wird etwas (im allgemeinen um ca. 5 bis 10 %) kleiner als der Außendurchmesser des zu überziehenden Materials gewählt.

Wo die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sind, stellt dieses Verfahren im allgemeinen die wirtschaftlichste Lösung des Überziehens mit Plastik-Schläuchen dar.


Fragen Sie bei uns an!





Anwendungen Linie